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Februar 2011

DER Alptraum schlechthin!


oder Gedanken über Gott

Kürzlich träumte ich den absurdesten Traum meines Lebens.

Eigentlich hat er recht schön angefangen: Ich wurde eingeladen zu einem Fest in einem großen Haus in der Nähe von einem Wald. Hab mich echt gefreut auf das Fest – es waren viele Freunde von mir da, und auch viele Kinder und Jugendliche. Aber die Jungen haben sich aufgeführt, das hatte ich noch nie vorher gesehen! Sie taten alles mögliche, was Gott jemals verboten hat, haben gesoffen, geraucht und waren zu den Kleineren unmöglich gewalttätig – haben sie angebunden und zugeschlagen und auch… (das möchte ich gar nicht sagen)! Und die erwachsenen Menschen haben einfach zugesehen, überhaupt nichts gesagt, nur gelacht, als wäre das der totale Spaß.
Dann begannen sie, über Schwule und Transgender zu reden – was sie nicht alles tun würden, wenn so einer da wäre!!! Mir ist sooo schlecht geworden. Die ganzen Kinder mussten zusehen, ohne dass man irgendetwas dagegen tun konnte. Ich war total machtlos. Habe mich noch nie so unwohl gefühlt, wie in dieser Traumsituation und dachte nur, bitte lasst mich hier raus…
Dann passierte aber das verrückteste: In dem Raum wurde es auf einmal extrem heiß! Außer mir merkte das aber niemand. Anfangs dachte ich, das käme von dem offenen Feuer im Raum… Aber plötzlich wurde das Feuer immer größer und größer, ohne dass jemand nachgelegt hätte! Und dann sehe ich hinterm Feuer eine schwarze Gestalt, die immer mehr sichtbar wird. Und zugleich höre ich eine Stimme, die zu mir sagt, ich muss sofort raus aus dem Raum, weil gleich etwas Furchtbares geschehen wird. Die Stimme sagte auch, dass ich mich wieder auf den richtigen Weg machen soll, sonst ginge es mir auch wie den anderen… Ich dachte nur, was soll das, und wollte nicht auf die Stimme hören. Aber die ließ mich nicht los, und plötzlich spürte ich, dass es eng wurde und ich mich sofort entscheiden musste. Also spring ich auf und will mir die Jacke anziehen, falle dabei hin und kann einfach nicht aufstehen, weil ich in der blöden Jacke feststecke. Dann spürte ich, wie mich die Stimme oder der Geist rausschickt und nochmal sagt, dass ich den Weg ändern solle. Bevor ich den Raum verließ, warf ich noch mal einen Blick zurück – so viel Angst hatte ich in meinen ganzen Leben noch nie verspürt, wie in dem Moment: Ich sah den lebendigen Teufel mitten in dem Feuerball! Er lachte, weil so viele Menschen auf ihn gehört hatten - und nicht auf das Gute, oder sagen wir Gott!…

Ich bin nicht besonders gläubig – aber ich bin mir sicher: Irgendetwas gibt es da draußen, weil sonst hätten wir Menschen kein Gewissen! Und wenn dieses Etwas „Gott“ ist, dann stelle ich mir vor, dass er weiß, was der einzelne Mensch wird, bevor er geboren wird – auch wenn er transsexuell oder schwul ist oder in einem falschen Körper feststeckt. Diese Menschen haben sich sicherlich nicht selber so ein Leben ausgesucht. Und trotzdem macht man es ihnen so schwer, bringt ihnen so viel Widerstand und Missachtung und Unverständnis entgegen!
Menschen, die nicht so sind, sprechen ihnen das Recht auf Liebe und Beziehung total ab.
In meinem Leben hat mein Gewissen oft Berg- und Talfahrt gespielt! Was ist richtig, was ist fasch? Es war die reinste Höllenfahrt. Aber mit den Jahren habe ich eines begriffen: Das wichtigste im Leben ist, dass man selber glücklich ist. Denn was hat man davon, wenn man immer nur für andere lebt und dabei lebenslang unglücklich ist? Wer kann sich denn wirklich wohlfühlen, wenn er zum Beispiel nur für Gott lebt? Und da kommen gleich die nächsten Bedenken: Wollte Gott wirklich das Zölibat für seine Priester, oder war es der Mensch? Ich finde, wenn Priester auch eine Beziehung eingehen könnten, dann würden sie die wirklichen Beziehungs-Probleme der Menschen viel besser verstehen und nicht gleich mit der Moral kommen.
Es gibt eben Beziehungen, wo beide anfangs fest überzeugt sind, dass es gut geht – und trotzdem müssen die Zwei nach Jahren feststellen, dass sie doch nicht so gut zusammenpassen. Sollen die dann zusammenbleiben, einfach weil es sich gehört und Gott das so wollte? Das kann es nicht geben! Ich glaube einfach, dass Gott nur das Gute für uns möchte…!

Ob es die „wahre Liebe“ wirklich gibt? Ich weiß nur eins: Für die Liebe und Beziehung muss man jeden Tag aufs Neue kämpfen, sonst ist jede Beziehung zum Scheitern verurteilt. Und ich finde es auch nicht richtig, wenn man vor jeder Schwierigkeit gleich davonläuft… Wer das tut, dem kann nicht mal der Glaube oder Gott helfen! Ich kenne wirklich gläubige Ehepaare, die ihre ganze Ehe Gott und der Beziehung gewidmet hatten und dennoch gescheitert sind – einfach weil es nicht mehr miteinander ging.
Eine Liebe ist wie ein Blumenbeet – wenn man nicht ständig dahinter ist mit der Pflege, wird sie im Nu eine Wüste, kalt und grau! Ich weiß, es hört sich alles so leicht an – aber die Wirklichkeit schaut immer anders aus. Ich habs ja selber erfahren: Immer war ich auf der Suche nach der große Liebe. Aber es konnte nie funktionieren, denn ich konnte nie Schwierigkeiten ausreden mit dem Partner. Hab immer schnell aufgegeben und gleich was „Schöneres, Besseres“ gesucht. Darauf bin ich heute gar nicht stolz. Denn zum Teil habe ich Frauen und Männer einfach und schamlos ausgenutzt, hab ihnen die große Liebe vorgespielt, nur um zu bekommen, was ich wollte… Außer bei S., da waren alle Gefühle echt! Aber leider war ich erst 18 Jahre und sie um die 12 Jahre älter. Damals ist mein Herz zum ersten Mal zerbrochen! Ich habe mir damals geschworen, dass ich nie wieder einen Menschen zu meinen Herzen lasse…

Und dann ist es ganz anders gekommen:
Die Freundin von meinem langjährigen Ex-Freund kannte ich schon 9 Jahre lang, doch recht gemocht hatte ich sie nie, hielt sie für ziemlich überheblich. Als sich die beiden getrennt hatten, kam sie öfter zu uns ins Dorf, und ich bekam mit, dass es ihr echt scheiße gegangen ist. Fast täglich sind wir uns „über den Weg gefahren“ – bis ich mal das Gefühl hatte, ich will doch mal mit ihr reden. Immerhin verbindet uns doch der gemeinsame „Ex“… Hört sich echt verrückt an, aber so hat es tatsächlich angefangen mit uns! Das Leben hat eben eigene Regeln, aus denen wir keine Chance zum Entkommen haben.
Einige Wochen später begleitete ich sie beim Besuch zu ihren Eltern. An diesem wunderbaren Sonntag sind wir spazieren gegangen und haben viel geredet. Da sagte Maria zu mir, dass sie mich sehr gern hat und fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, mit ihr eine Beziehung einzugehen. Hab mir gedacht, mich trifft der Schlag! „Wie stellst du dir das vor?“, sagte ich. „Das ist unmöglich, du weißt ja wer ich bin und was ich will! Ich mag dich schon – aber ich suche doch einen Freund und nicht eine Freundin!… Das kann nicht gut gehen, weil ich bin kein echter Mann, wie du ihn haben möchtest!“ Sie meinte nur, sie kenne mich seit vielen Jahren und weiß ohnehin, wer und wie ich bin. Und ein Satz von ihr hat mich echt umgehauen: „Probieren wir es doch einfach aus! Wenn’s gut geht, dann ist es schön – und wenn’s schief geht, dann ist es halt so, dann bleiben wir halt alleine.“ „Wenn mir aber ein hübscher Mann über den Weg läuft, was dann?“, fragte ich. Darauf sie: „Damit muss ich einfach leben.“… Sie weiß was sie tut.
Damals ist mir so viel im Kopf herumgegangen. Vor allem hatte ich einfach Angst, dass ich die „Männlichkeit“ nicht bringe – hatte ich doch schon seit ewigen Zeiten nicht mehr mit einer Frau Sex gehabt. Außerdem hatte ich schon länger darüber nachgedacht, ob ich mich nicht so weit es geht zur Frau mache. Hab mich schon vorbereitet. Und dann ist mein damals sehnlichster Traum einfach zerplatzt…

Heute sind Maria und ich fast 2 Jahren zusammen. Ich bin wirklich glücklich mit ihr. Und im Großen und Ganzen kommen wir voll gut zurecht. Auch das Sexualleben ist wirklich schön mit ihr. Wir schauen darauf, dass jeder seine Bedürfnisse auch bekommt. Weil Marias Beweglichkeit doch ziemlich eingeschränkt ist, brauchen wir manchmal eine Betreuungsperson, die uns bei bestimmten Wünschen in der Vorbereitung unterstützt. Aber den Spaß haben wir natürlich dann nur zu zweit. Es gibt zwei Personen, zu denen wir dieses Vertrauen haben. Das ist schon sehr wichtig, denn sonst müssten wir auf gewisse sexuelle Vorlieben verzichten – und das wäre ja echt schade.
Was mir halt immer wichtig war, ist das Reden! Wenn das nicht hinhaut, klappt bei mir gar nichts. Weil das Reden miteinander ist für eine Beziehung das Um und Auf. Hab schon öfter erlebt wo das nicht mehr hingehaut hat und das Ende war sehr nah. Muss halt immer an meine Eltern denken! Die waren 60 Jahre verheiratet! Und die zwei haben wirklich immer miteinander geredet, sonst kannst du nicht so lang zusammenleben wie die Zwei. Hab viel von meinen Eltern mitgenommen.

Ohne meine Eltern hätte ich sicher nicht so ein Leben wie heute.
Ich verdanke ihnen mein Leben!


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