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Mai 2012

Ein Nachruf


An einen besonderen Menschen

Die letzten Tage waren für uns im wahrsten Sinne Glück und Trauer in einem Atemzug!
Am 12. Mai haben mein Schatz und ich geheiratet! Es war ein unbeschreibliches Fest mit 400 Freunden, Verwandten und Bekannten.
Auch Gabi, die Geschäftsführerin von unserem Dorf, mit der ich schon seit 30 Jahren befreundet bin, war da. Ihr Lebenspartner Thomas war nicht dabei, weil er sehr krank war. Sie meinte aber, es würde schon besser werden und dass er in einiger Zeit wieder gesund sein würde. Deshalb hab ich mir nicht viel dabei gedacht!

Am 18. Mai kam sie dann zu mir und erzählte, dass Thomas gestorben ist. Ich war vollkommen überrascht und konnte es einfach nicht glauben. Zu allererst habe ich natürlich an Gabi gedacht. Sie und Thomas haben immer sehr gut harmoniert, waren ein Herz und eine Seele. Ich habe mich immer so für ihr Glück gefreut, weil mir bewusst war, dass es das, was die beiden miteinander haben, nicht oft gibt.

Seit einigen Wochen fühle ich eine Art Glauben an Gott in mir. Ich weiß nicht, ob es einfach daran liegt, dass ich älter werde oder an etwas anderem, doch der Glaube ist da. Auch wenn ich viel mit Gott streite. Ich verstehe nicht, was er mit all dem Leid und Schmerz bezweckt, welchen Sinn das alles für ihn macht. Doch dann hoffe ich wieder darauf, dass er weiß, was er mit uns macht. Ich hoffe und glaube und bin froh darüber, dass ich nicht weiß, was mir der nächste Tag bringen wird. Seit 32 Jahren lebe ich nun schon im Dorf und habe in dieser Zeit schon einige sehr gute Freunde zu Grabe getragen. Ich habe 17- und 80-Jährige sterben sehen, oft auf unmenschliche Weise. Das hat meinen Glauben an Gott jedes Mal stark erschüttert. Aber dann sehe ich ein Baby und mir wird klar, dass es auch so viel Schönes auf der Welt gibt.

Ich sage immer, dass jeder Mensch eine Kerze in sich trägt, manche haben eine kleine und andere haben eine große, hell leuchtende.
Thomas Kerze hat immer sehr hell geleuchtet und hat vielen Leuten den Weg in der Dunkelheit erhellt. Auch ich habe ihm sehr viel zu verdanken. Er war Mitte der 80er- Jahre in meinem Haus Hausleiter. Ich habe damals noch sehr viel Scheiß gebaut – doch Thomas ist mir beigestanden und hat mich auch in meinem Traum unterstützt, meine eigene Wohnung im Untergeschoss zu bekommen. Er war für jeden Menschen da, der sich Hilfe suchend an ihn gewandt hat.

Oft frage ich mich, warum das alles so sein muss, wie es ist. Warum uns all der Schmerz und das Leid zustoßen müssen. Aber dann versuche ich, nicht zu viel darüber nachzudenken und bin einfach für die Zeit dankbar, für die Jahre, die ich mit all den lieben Menschen verbringen durfte.

Danke Thomas!


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