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Juni 2012

Eine Liebe die es nie gab!


Die Geschichte von Jimi und Zappa

Diese Geschichte hat mich sehr berührt – und deshalb will ich jetzt, Jahre später, versuchen, sie für euch wiederzugeben:

Vor langer Zeit waren da einmal zwei sehr gute, liebe Menschen. Der eine, ich nenne ihn Jimi, lebte schon seit vielen Jahren in dem Dorf, in dem ich jetzt auch lebe. Eines Tages zog dann auch der andere, nennen wir ihn Zappa, in das Dorf. Die beiden haben sich von Anfang an gut verstanden. Jimi war zwar viele Jahre älter als Zappa, doch die Chemie zwischen den beiden hat einfach gestimmt. Sie verbrachten viele Stunden und Tage zusammen, redeten viel miteinander und wurden gute Freunde. Jimi war bisexuell und befürchtete bald, dass er sich in Zappa verlieben würde. Schließlich hatte er doch eine langjährige Lebensgefährtin, die er sehr liebte und nicht verlieren wollte. Und Zappa war hundertprozentig hetero, er mochte und liebte nur Frauen.

Aufgrund seiner Krankheit konnte Zappa damals kaum noch gehen und meinte von Anfang an, dass seine Behinderung innerhalb eines Jahres zum Tod führen würde. Jimi wusste nicht, welche Scheiß-Krankheit der Jüngere hatte, und wollte ihm nicht glauben. Zappa versuchte oft, über seine Krankheit zu sprechen, aber Jimi wollte nichts davon hören und es nicht verstehen. Als Zappa aber schließlich begann, körperlich stark abzubauen, bereitete das Jimi große seelische Schmerzen. Er wusste nicht, wie er seinem Freund helfen sollte. Acht Monate später konnte Zappa nichts mehr ohne Hilfe machen. Trotzdem war er immer für andere da. Das war schon immer Zappas große Gabe – egal ob Bewohner oder Mitarbeiter, für jeden hatte er ein offenes Ohr. Und das war es wohl auch, was Jimi in dieser Freundschaft so gut getan hat.

Einige Monate später ist Zappa tatsächlich gestorben. Trotzdem er genau wusste, wie seine Krankheit verlaufen würde, war Zappa immer gut drauf. Und sein Leben war vielleicht kurz, doch immer erfüllt. Er trug ein sehr helles Licht in sich. Die Leute die ihn kannten, waren sich einig, dass es nur wenige Menschen gibt, die so hell strahlen, wie Zappa es getan hat. Es ist mir unverständlich, warum die Kerzen solcher Menschen so früh erlöschen. Sie müssten eigentlich die größten und stärksten Kerzen in sich tragen, die es gibt. Jimi hat seinem Freund nie gestanden, was er für ihn empfindet, er hat seine Gefühle immer für sich behalten. Inzwischen ist er verheiratet und möchte diese große Freundschaft und Liebe nicht mehr missen.

Diese Geschichte hat mir ein Freund vor langer Zeit erzählt – und seither sind meine Gedanken immer wieder bei Zappa. Ich wünsche den Menschen, die unter dieser Krankheit leiden, dass sich ganz unverhofft im Schlaf ihr Fenster öffnet und ihre Kerzen einfach erlöschen. Ohne Schmerzen, ohne Leid.
Gott, wenn es dich gibt, hole diese Menschen bald zu dir, denn sie haben etwas Besseres verdient.

Meine Gedanken sind bei euch.

Adi


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