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Adi & Maria

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Sommer 2012

Teil 1 – Die Vorgeschichte

Ein ungewöhnlich liebes Gesicht!

Als ich vor genau drei Jahren Maria, die damalige Lebensgefährtin meines Ex-Freundes, näher kennen lernte, war ihre Beziehung schon am „bröckeln“. Er hat sie nicht mehr geliebt, wollte aber, dass sie bei ihm bleibt. Immerhin sind die beiden sieben Jahre zusammen gewesen.
Anfangs hatte ich zu Maria eher keinen guten Draht und kaum Kontakt. Eines Tages kam sie dann für ein paar Tage zu uns ins Dorf, auf Besuch bei meiner Freundin Steffi – und als ich an einem dieser Tage bei Steffi zum Essen eingeladen war, traf ich sie auch. Ich dachte: „Auch das noch! Was soll ich mit der reden?“… Aber Maria weinte und vergoss so viele Tränen, und irgendwie kamen wir dann doch zum Reden. Ich fragte sie, warum sie traurig ist, und sie erzählte mir, dass es wegen ihrem Freund sei. Da ich sie trösten wollte und wusste, dass sie die Musik von Andrea Berg liebt, lud ich sie zu einem Konzert ein – und ich bot ihr an, jederzeit in meiner Wohnung vorbeizukommen, falls es ihr mit ihrem Freund zu viel wird.
Und sie kam auch! Wir haben zum ersten Mal alleine geredet, hauptsächlich über … (ihr wisst schon, was ich meine). Danach kam sie öfter ins Dorf auf Besuch, und wir verbrachten sehr viel Zeit miteinander. Auch wenn wir wussten, dass das zwischen uns nur eine gute Freundschaft ist. Denn ich suchte ja einen Mann für mein Leben, und das war auch Maria klar…

Nach einigen Wochen lud mich Maria ein, sie in ihrer Wohnung Attnang-Puchheim zu besuchen. Ich sagte, dass ich gerne kommen würde, aber nur wenn ihr Freund nicht da ist. Darauf erzählte sie, er sei sowieso immer bei seiner Freundin in Linz. Ich bin also zu ihr gefahren, damit sie nicht so allein ist. Erst einmal, dann immer öfter. Ich versicherte mir immer wieder selbst, dass ich wusste, was ich damit tat. Und irgendwie gefiel es mir, denn ich war für jemanden da, der mich brauchte und wollte. Schließlich war sie jedes Wochenende bei mir im Dorf und unter der Woche war ich jeden 2. Tag bei ihr in Attnang-Puchheim.
Als wir zum ersten Mal zu ihren Eltern nach Hause gefahren sind, war Steffi als Unterstützung dabei. Marias Eltern waren nämlich nicht sehr begeistert von mir, da ich immer in Frauenkleidern herum lief.

Irgendwann fragte Maria mich, ob ich mir vorstellen könnte, mehr aus unserer Beziehung zu machen als nur eine Freundschaft! Ich sagte ihr, dass das nicht gut gehen würde, weil ich keine Frau suchte sondern einen Mann. Sie meinte darauf nur: „Ist doch egal, bevor wir alleine bleiben, könnten wir es ja versuchen. Geht’s nicht gut, haben wir es immerhin versucht.“ Ich war mir nicht sicher und fragte sie, ob sie weiß, worauf sie sich da einlässt – dass die Leute reden würden: „Da lebt der Adi jahrelang als Transsexueller, und dann kommt er mit einer Frau daher.“ Doch sie antwortete nur: „Scheiß auf die anderen, es ist unser Leben.“… Und recht hatte sie! Als wir zusammen kamen, haben die Leute sogar Wetten abgeschlossen, wie lange unsere Beziehung halten würde – das Längste, was sie uns zugetraut haben, waren 3 Monate. Als sich Maria im Dorf als Bewohnerin angemeldet hat, musste sie zur Überbrückung nach Vöcklabruck in eine Außenstelle der assista ziehen, weil im Dorf kein Platz frei war. Dort war sie ein halbes Jahr. In dieser Zeit bin ich viermal die Woche mit dem öffentlichen Bus zu ihr gefahren – davor bin ich mein ganzes Leben nie alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren. Und wenn ich nicht bei ihr war, ist sie zu mir gekommen.

Das war im Juni 2009 - im Oktober darauf haben wir uns verlobt. Auch wenn ich von Vornherein sagte, dass nicht mehr als eine Verlobung drin sei. Seit Maria dann Ende Oktober 2009 ins Dorf gezogen ist, habe ich mein geliebtes Schlafzimmer nicht mehr von innen gesehen, weil ich immer bei meinem Schatz war.
2010 waren wir das erste Mal gemeinsam auf Urlaub: 5 Tage in Bad Aussee! Das war für mich auch was ganz Neues, da ich mich zu Hause oft tagsüber in meine Wohnung zurückgezogen habe, weil ich Zeit für mich brauchte. Im Urlaub waren wir dann jeden Tag 24 Stunden zusammen, und doch ist die Zeit so schnell vorbei gegangen, dass ich sie beinahe übersehen hätte.

Als wir wieder zurück waren, fragte mich Maria eines Tages aus heiterem Himmel, ob ich sie heiraten möchte. Ich musste erst mal tief Luft holen! Bei aller Liebe, aber das wollte ich nicht. Ich fühlte mich einfach nicht in der Lage dazu, wollte meine Freiheit nicht aufgeben. Maria war etwas traurig, reagierte aber gefasst: „Dann heiraten wir eben nicht, passt auch“.
Doch das Thema ließ mich nicht mehr los. Ich war mir nicht sicher, ob ich wirklich für immer bei ihr bleiben könnte! Es war schon eine große Umstellung für mich, so viel Rücksicht auf einen anderen Menschen zu nehmen. Ich war es einfach nicht gewohnt, immer jemanden bei mir zu haben.
Maria kann aufgrund ihrer Behinderung ganz wenig selber machen. Oft bittet sie mich: „Schatz, mich juckt’s am Kopf, kannst du mich bitte kratzen.“, oder „Mir ist so heiß, bitte deck‘ mich ab“... Andererseits gibt sie mir so viel Liebe und Geborgenheit, dass solche Sachen im Grunde genommen Peanuts für mich sind. Wenn man jemanden wirklich liebt, spielt das keine Rolle.

Und so haben wir im 2011 tatsächlich beschlossen, im Jahr darauf zu heiraten! Anfangs, als ich es allen erzählt habe, haben mir viele Freunde nicht geglaubt. Erst als wir beim Pfarrer den Termin festgelegt haben, sind sie hellhörig geworden!
Meine Mama war gleich begeistert, aber Marias Eltern haben es nicht ganz verstanden. Sie meinten, dass wir doch auch ohne Heirat zusammen bleiben könnten. Ich sagte darauf nur, dass ich meinem Schatz zeigen möchte, dass ich sie wirklich liebe, und dass ich zu ihr stehe.

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